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Gespannt versuchten die großen und kleinen Zuschauer am Mittwochnachmittag in die Sporthalle der Ludgerischule zu schauen. Doch sie hatten keine Chance, denn vorab musste sich jeder Gast einer kurzen Befragung unterziehen. Ausgerüstet mit Klemmbrett, Fragebogen und Stift legte Ege (9) los: „Welche Sprache sprichst du? Zu welcher Nationalität gehörst du?“ Erst dann wurde jeder Besucher persönlich zu seinem Sitzplatz geleitet.


Die Schülerinnen und Schüler der Theater-AG aus den vierten Klassen führten in den letzten Tagen insgesamt dreimal das Theaterstück „Über den Tellerrand“ zum Thema Grenzen auf. Der Tellerrand sollte hierbei eine Metapher sein für jegliche Art von Grenzen, die den Kindern bekannt sind - die Körpergrenzen, die Wände der Wohnungen, wo sie wohnen, die Grenzen der Länder, wo sie herkommen und auch die Grenzen zwischen dem, was sie normal finden und ihnen uns komisch vorkommt.

Die Jungen und Mädchen hatten sich unter der Leitung der Theaterpädagogin Johanna Kösters-Eenkhoorn einen komplexen Inhalt ausgesucht, der an Aktualität nicht zu überbieten war. Während des gesamten Schuljahres probten und planten sie Choreografien.

Nele (10) und Julia (10) sind begeistert: „Wir haben uns tolle Szenen rausgesucht und selbst erarbeitet. Das Auswendiglernen der Texte war ganz einfach, irgendwann fühlte man seine Rolle.“ Dem Thema, bei dem selbst Erwachsene häufig keine Lösungen finden, näherten sich die Kinder zunächst fragend. Was ist eine Grenze? Wo fängt alles an? Wieso gibt es Abgrenzungen? Durch kleine Tänze, pantomimische Einlagen und Spielszenen stellten die Schülerinnen und Schüler anregend Situationen nach, in denen Grenzen überwunden werden mussten.

Doch auch Antworten bot das anschauliche Stück an. Durch einen kreativen Umgang mit diesem komplexen Thema zeigten die jungen Theaterkünstler auf, wie einfach es sein kann, Grenzen zu umgehen, Lösungen zu finden und auf Probleme aufmerksam zu machen. „Wenn es uns gelingt, über den Tellerrand zu schauen und über uns hinauszuwachsen, schaffen wir es, Grenzen zu überwinden“, so die gelernte Grundschullehrerin Kösters-Eenkhoorn.

Die Kinder machten es dem Publikum spielerisch vor, indem sie gegen Ende der Aufführung die Grenze in Form von Absperrbändern durchschnitten. „Es war eine wirklich sehr kreative Gruppe“, so Kösters-Eenkhoorn. „Die Kinder haben sich viele Dinge überlegt und sind während der Zeit - obwohl alle verschieden sind - sehr zusammengewachsen.“

Gesangseinlagen vom Schulchor, den die Lehrkraft Charlotte Winkelhorst leitet, rundeten die Aufführung schwungvoll ab.

         

Den aufbrandenden Applaus der zahlreichen Gäste hatten sich die Künstler und Sänger zum Schluss mehr als verdient.

 

Auch im kommenden Schuljahr dürfen sich die Ludgerischüler auf einen Auftritt der Theater-AG freuen. Das Projekt „Kultur und Schule“, das von der Gemeinde Neuenkirchen und dem Kreis Steinfurt gefördert wird, hat bereits seine Bewilligung erhalten. Der Erfolg, das Engagement der Kinder und der hohe Zuspruch lässt alle auf eine tolle Weiterarbeit hoffen.

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